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Dümmer See - einmaliger Naturraum vor den Toren Osnabrücks

Östlich Osnabrücks prägt das Wiehengebirge, der nördlichste Höhenzug der deutschen Mittelgebirge, das Landschaftsbild. Schwarz-weißes Fachwerk und sandsteinerne Burgen, oft von Gräben umgeben, stehen hier in erstaunlicher Zahl. Nach Norden erreicht man über die ersten Moore der norddeutschen Senke den Dümmer See und die lichten Geestwälder der Dammer Berge. Der von der Hunte gespeiste Dümmer ist eine extrem flache Badewanne – nirgendwo mehr als 1,50 Meter tief – und ein Refugium der Natur: Kormorane, Kraniche, Rohrdommeln, Weißstörche, Graureiher und Sumpfhühner finden hier ideale Bedingungen vor. Kiebitze, Graugänse und Haubentaucher sind sogar ganzjährig ansässig geworden. Vor rund 9.000 Jahren war der sagenhafte See riesengroß. Die Menschen brauchten damals viele Tage, um ihn zu umrunden. Heute geht es schneller, gemütlich zu Fuß oder mit dem Rad auf dem 18 km langen Deich-Rundweg in ein paar Stunden.

Wir beginnen im Nordosten am Dümmer-Museum in Lembruch. Das Dümmer-Museum zeigt und erklärt alles rund um den Landschafts- und Naturraum Dümmer mit seinen Mooren – einfach sehenswert. Durch das Naturschutzgebiet „Hohe Sieben“ geht es in den malerischen Ort Hüde mit seinen alten reetgedeckten Niedersachsenhäusern. Weiter in das Naturschutzgebiet „Ochsenmoor“, ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Die Naturschutzstation und der „Natur-Erlebnis-Pfad“ geben Informationen über die Tierund Pflanzenwelt am Dümmer See. Durch das „Hüder Moor“, entlang der Wiesen bis Rüschendorf, geht es weiter bis Dümmerlohausen. Vorbei am „Osterfeiner Moor“ endet die Tour wieder in Lembruch.

Vorschläge Programmbausteine

Osnabrück

Alt, aber oho: die Stadt Osnabrück. An Geschichte hat sie einiges zu bieten: Gegründet wurde die Stadt an der Hase vom Frankenkönig und späteren Kaiser Karl dem Großen, der Westfälische Friede wurde 1648 hier ausgehandelt, und 1999 fand hier die erste vollgültige Wahl per Internet in der Bundesrepublik statt. Zwar ging es nur um das Studentenparlament, aber die Neugier der Jungen auf Veränderung hat Osnabrück noch nie geschadet. Vielleicht ist das auch der besondere Reiz dieser Stadt: Sie ist altehrwürdig – und gerade in letzter Zeit wieder jung und frisch geworden wie wenige im Land. Die Altstadt Osnabrücks ist berühmt:der romanische St. Peter Dom, die gotische St. Marienkirche, das barocke Schloss, klassizistische Bürgerhäuser, die Stadthalle und das Rathaus. Besonderer Anziehungspunkt: das Naturkundezentrum mit Museum, Sternwarte, Botanischem Garten und Zoo.

Varusschlacht

Keine Autostunde vom DümmerWeserLand liegt der Ort Kalkriese. Der Ort war unbekannt bis 1987, als Anthony Clunn, Offizier der britischen Rheinarmee, einen Wanderurlaub am Kalkrieser Berg verbrachte. Bewaffnet mit einem Metalldetektor konnte er einen sensationellen Fund machen: 160 silberne Denare aus Varus’ Legionskassen. Und im Jahr darauf drei „glandes plumbeae“, Bleigeschosse. Kalkriese triumphierte: Mommsen hatte doch Recht! Theodor Mommsen, der wohl bekannteste Althistoriker deutscher Sprache, hatte schon um 1890 die These vertreten, Kalkriese und nicht die Porta Westfalica bei Detmold sei der Ort der Varusschlacht. Heute, gute zehn Jahre nach Major Clunns Funden, zweifelt niemand mehr. Und wer nach Kalkriese kommt, kann nicht nur erleben, was moderne Archäologie alles so herausfindet, sondern auch, wie man Geschichte faszinierend präsentiert. Weil man einen Großteil der rund 1800 Funde zu Gesicht bekommt, die bisher gemacht wurden, darunter die einzigartige, einst silberüberzogene Maske eines römischen Gesichtshelms. Weil man beim Rundgang über Bohlenwege, vorbei an Tafeln mit Zitaten antiker Autoren, begreift, dass die Römer Arminius und seinen Cheruskern unterliegen mussten. Und weil man etwas von der Dramatik auch dieses frühen, nach unseren Begriffen primitiven Krieges spürt.

Natur- und Moorexkursionen

Die Moore Niedersachsens sind fast alle Nieder- und Hochmoore. Niedermoore entstanden vor Jahrtausenden durch langsame Verlandung von Seen oder von Fluss-Altarmen, die von Schilf, dann von Erlenbrüchen und schließlich von Kiefern oder Birken überwuchert wurden. Durch das Hochwasser erreichten die Wurzeln der Pflanzen aber irgendwann nicht mehr das Grundwasser, die Wurzeln starben ab und vertorften. Auf diesem relativ wasserundurchlässigen Polster entwickelten sich anschließend die Hochmoore: Nährstoffarmes Regenwasser staute sich an ihrer  Oberfläche, da aber das nährstoffreiche Grundwasser nicht mehr erreicht wurde, starben alle höheren Pflanzen ab und machten Flechten und Moosen Platz. Diese lagerten sich jedes Jahr in neuen Schichten über den Untergrund, der sich somit wie ein Uhrglas aufwölbte – deshalb spricht man von Hochmooren. Die Naturschutzstation Dümmer bietet einen Moorerlebnispfad durch das Naturschutzgebiet Ochsenmoor. Wer Interesse hat, nimmt an einer geführten Moorwanderung teil. Naturexkursionen sind ebenfalls möglich.

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