Das Elsass - "Welch ein schöner Garten"
„Quell beau jardin“, entfuhr es Ludwig VIX, dem „Sonnenkönig“, als er vom Strasbourger Münster aus über das Land schaute. Im Nordosten Frankreichs gelegen und vom Rhein begrenzt, stellt das Elsass, eine der schönsten und abwechslungsreichsten Landstriche Europas, die Wasserscheide zwischen den Vogesen und Schwarzwald dar. Wer dort hinkommt, hat kaum Sprachschwierigkeiten, denn hier wird in den meisten Haushalten deutsch gesprochen. Die Elsässer sind aber keine Deutschen, sie sind Allemannen französischer Nationalität. Liebhaber von Kunst und Architektur werden in den reizenden mittelalterlichen Städtchen und hervorragenden Museen gewiss auf ihre Kosten kommen. Colmar ist die am besten erhaltene Stadt im Elsass. Im 16. Jh. war Colmar ein bedeutendes Handelszentrum mit Binnenhafen; Weinhändler transportierten damals ihre Ware auf den Wasserwegen des Kanalviertels, das auch als Petite Venise bezeichnet wird. Das Elsass bietet auch die Wälder und Berge der Vogesen sowie malerische Dörfer und gute Weine. Eine der landschaftlich schönsten Straßen des Elsass ist die Route du Vin. Sie ist während der Weinlese besonders beliebt, ihr zu folgen lohnt sich aber zu jeder Jahreszeit. Beste Aussichten erwarten den Gast auf den Rad- und Wanderwegen – bei klarer Sicht über die Rheinebene hinweg bis zu den Alpen. Hauptwanderweg ist die „Route de Cretes“. Sie verbindet die bis zu 1424 m hohen Gipfel der Hochvogesen miteinander.




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Strasbourg - Symbol der europäischen Einigung
Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Europarat gegründet und Strasbourg als Sitz dieser internationalen Institution ausgewählt. Damit wurde die Stadt zum Symbol der europäischen Einigung. Später ließ sich dann auch der Europäische Gerichtshof der Menschenrechte in der Stadt nieder. In den Verträgen von Maastricht und Amsterdam wurde Strasbourg dann in den 90er Jahren als Sitz des Europäischen Parlamentes bestätigt. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Münster, dessen eindrucksvoller Turm mit seinen 142 Metern weithin sichtbar in den Himmel ragt. Über 329 Stufen kann man den Turm erklimmen. Zur Belohnung erwartet den Besucher eine großartige Aussicht über die Stadt und das Land. Berühmt und immer wieder bestaunt entfaltet im Innern der Basilika die Astronomische Uhr, im Jahre 1547 von einer Gruppe Schweizer Uhrmacher ersonnen, ihre für die damalige Zeit unvorstellbare Mechanik. Jeden Tag um 12.30 Uhr setzt sie sich in Bewegung und zieht die Touristen in ihren Bann. Rund um die Kathedrale erstreckt sich mit winkligen Gassen und malerischen Plätzen das alte Zentrum von Strasbourg, im Mittelalter ein Zentrum des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ und lädt zum Bummeln ein.
Die Maginot-Linie
Partnerschaften zwischen französischen und deutschen Städten, zwischen Schulen aus beiden Ländern, gemeinsame Ferienlager und Austausch von Schülern beider Nationen, das und vieles mehr ist heute alltäglich für uns. Seit General de Gaulle und Konrad Adenauer vor vier Jahrzehnten die deutsch-französische Freundschaft besiegelten, hat sich das Verhältnis zu unserem westlichen Nachbarn entscheidend verändert. Wie dramatisch die Veränderung ist, zeigt sich exemplarisch an der Maginot-Linie im Elsass. Etwa 200 km zieht sie sich vom Departement Moselle im Norden nach Süden bis zur Schweizer Grenze. Das französische Oberkommando baute zwischen 1930 und 1940 entlang der nördlichen Grenzen zu Deutschland ein gigantisches Befestigungssystem, das unter dem Namen Maginot-Linie in die Geschichte einging. Andre Maginot hieß der damalige französische Kriegsminister, der die Oberleitung für den Bau übernommen hatte. Man glaubte damals, man könne sich so gegen Angriffe des Erzfeindes Deutschland schützen. Die Geschichte hat gezeigt, dass diese Anstrengungen absolut sinnlos waren, denn sie haben weder den Krieg verhindert noch irgendeinen sinnvollen Schutz gegeben. Der grösste Teil der Befestigungen besteht nur aus Überresten, an denen der Zahn der Zeit nagt. Die größte zugängliche Anlage, die Festung Schoenenbourg in der Nähe von Hagueneau kann heute besichtigt werden. In 2,5 Stunden wird man durch eine größtenteils unterirdische Anlage geführt und bekommt so ein Bild davon, was Feindschaft anrichten konnte.
Colmar
An Logelbach und Lauch, zwei schmale Bergwasser, denkt wohl keiner, wenn der Name Colmar fällt. Sondern eher an den Isenheimer Altar im Museum Unterlinden und an das Altstadtviertel Petite Venise. Und doch gehören die vier Begriffe eng zusammen. Auf einer Aue am Logelbach, den Mühlen nutzten, stifteten zwei reiche Witwen der Stadt 1230 ein Nonnenkloster, das sich bald dem Orden der Dominikaner anschloss. Von mächtigen Bäumen beschattet, nahm es den Namen Unter(den)linden an. Bis ins 14. Jahrhundert war es ein Ort, der vom Ideal der bewussten Armut genährten, rheinischen Passionsmystik. Das nun seit anderthalb Jahrhunderten bestehende Museum in diesem Bau führt die Weiterentwicklung dieser strengen Gläubigkeit mit seinen großartigen Kunstwerken vor Augen.



