Emilia-Romagna - Städte der Kunst
Wie ein breiter Riegel schiebt sich die riesige Poebene zwischen das südliche Voralpenland und die Toskana. Zusammen mit den südlich ansteigenden Hügeln des Apenin bildet sie die Doppelregion Emilia-Romagna. Im Sommer scheint die Sonne in der stillen Ebene, kein Hauch rührt sich. Endlos ist die Sicht über die üppigen Wiesen und Weiden, dazwischen stehen immer wieder kleine Bauerndörfer in althergebrachter Backsteinarchitektur. Über enge Sträßchen gelangt man in die kühlen, teils dicht bewaldeten Höhen des Apenin: Südlich von Piacenza, Parma, Modena und Bologna wird das Land unvermittelt hügeliger. Schroffe Klippen und grüne Bergrükken signalisieren den Beginn des langen Mittelgebirges. Eine fruchtbare Landschaft, in der einige der bedeutendsten Kunst- und Architekturschätze Italiens liegen. Nahezu jede größere Ansiedlung bietet Besonderes: die Renaissancestadt Ferrara, Modena mit seinem berühmten Dom, Baptisterium und Dom in Parma, die einzigartigen byzantinischen Kirchen von Ravenna, die Hauptstadt Bologna mit ihren kilometerlangen Arkadengängen, hoch in den Bergen die Zwergrepublik San Marino. Und wer will, kann auf Verdis Spuren wandeln oder sogar nach Canossa gehen ... Baden in der Emilia-Romagna? Im Westen gelangt man von Parma in einer wunderschönen Kurvenfahrt hinunter zur ligurischen Riviera. Und im Osten grenzt die Emilia-Romagna mit kilometerlangen weißen Sandstränden direkt ans adriatische Meer, wo einige der renommiertesten Badeorte Italiens liegen – Herzstück der Adria natürlich das legendäre und international besuchte Rimini.




Vorschläge Programmbausteine
Ravenna
Die ehemalige Residenzstadt der byzantinischen Kaiser liegt in der großen flachen Küstenebene etwas landeinwärts der Adriaküste. Im fein herausgeputzten Kern findet man Fußgängergassen, schöne alte Palazzi, niedrige Häuser und ruhige Plätze – eine angenehme und wenig hektische Stadt, in der man sich mit Muße der Kultur widmen kann. Die malerische Piazza del Popolo bildet das Zentrum der Altstadt. Am oberen Ende das zinnengekrönte Rathaus, davor zwei hohe Säulen mit Stadtheiligen, seitlich sich anschließend die elegante Loggia des Palazzo Veneziano. Ravenna ist ein kunsthistorisches Zentrum von Weltrang. Sechs seiner Kirchen und zwei Mausoleen hat die UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt. Höhepunkte sind die großartige Basilica San Vitale mit dem kleinen, aber feinen Mausoleum der Galla Placidia gleich dahinter, die Basilica Sant‘ Apollinare Nuovo und einige Kilometer außerhalb die große Kirche Sant‘Apollinare in Classe. Ansonsten kann man noch das Grabmal des Gotenkönigs Theoderich anschauen, der hier lange als byzantinischer Statthalter residierte.
Bologna
La Dotta (die Gelehrte), la Rossa (die Rote), la Grassa (die Fette) – die Spitznamen der Stadt sagen bereits einiges: In Bologna wurde 1088 die erste Universität Europas gegründet, die Stadt wird seit langen Jahren von einer kommunistischen Stadtregierung geführt und ist der kulinarische Mittelpunkt der Feinschmeckerprovinz Emilia-Romagna. Die gesamte weitläufige Altstadt bildet ein beeindruckend monumentales Ensemble von hohen schattigen Bogengängen und ist ganz in Rot- und Ockertönen gehalten. Der weite, taubenumflatterte Mittelpunkt der Stadt ist die Piazza Maggiore. Monumental und platzbeherrschend liegt an der Südseite die gotische Basilica di San Petronio, die fünftgrößte Kirche der Welt. Die westliche Platzfront nimmt der große Palazzo Comunale ein, über dessen Portal die gewaltige Bronzestatue Gregors XIII. thront. Der unmittelbar an die Piazza Maggiore sich anschließende Nebenplatz wird dominiert vom berühmten Neptunbrunnen, dessen Spitze die herrliche Bronzestatue des Wassergotts von Giambologna bildet.
San Marino
Die kleinste und älteste Republik der Welt (!) liegt in 675 m Höhe auf dem bewaldeten Höhenzug des Monte Titano, 23 Kilometer westlich von Rimini. Das Profil San Marinos könnte einem Mittelalter-Bilderbuch entstammen – lange Zinnenmauern ziehen sich zu drei trutzigen Burgtürmen hinauf, die auf den drei höchsten Zacken des Monte Titano in den Himmel ragen, darunter krallt sich die Stadt an den Hang. Die massiven Häuser der Altstadt wirken streng und sind fast alle aus grauem Bruchstein.



