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Münsterland - der Hufschlag der Geschichte

Münster hat sein Erbe glücklich ins 21. Jahrhundert überführt. Wohlhabend war die Stadt schon zu Hansezeiten, reich an Wissen und Kultur ist sie bis heute. Die Fassaden mögen historisch sein, dahinter wirkt ein dynamischer, doch traditionsbewusster Geist, der den Rhythmus des Landes und seiner Menschen nicht stört. Erkunden kann man das Münsterland auf Wegen, die durch Wälder und Felder und über Heidesand führen, entlang breit gelagerter Hofstellen, durch manches schöne Dorf. Auch Flüsse und Kanäle sind freundliche Reisebegleiter. In der fruchtbaren sprichwörtlichen Parklandschaft des südlichen Münsterlandes kommen die vielen Adelssitze, zurückhaltend oft „Häuser“ genannt, aufs Schönste zur Geltung. Hunderttausenden dienten schon Vischering oder Schloss Neukirchen, das „Versailles Westfalens“, als Orientierung und Etappenziel. Geschichtsträchtig ist das Münsterland in jedem Winkel. Schon die Römer hatten über den Rhein gesetzt, um die Region um die Hohe Mark zu erobern, eine Landschaft mit Wäldern, Seen, Bachläufen, Mooren und Heidegebieten, deren Schönheit sich dem eilig Reisenden nicht erschließt. Der historische Nachlass wird überall gepflegt. Wo sonst gibt es noch frei lebende Pferde als am Rand der Hohen Mark?

Vorschläge Programmbausteine

Haltern - Stadt an der Lippe

Haltern hat sich seinen See selbst gegraben. 1930 staute man für die regionale Wasserversorgung Stever und Mühlbach auf, füllte vorhandene Kiesgruben. In der Mitte liegt die Overrathsche Insel, auf der ungestört Reiher brüten. Anlegen ist verboten, und die „Möwe“, einziges Fahrgastschiff ringsum, hält sich ebenso daran wie die Hobbysegler. Strandatmosphäre herrscht schon auf den Anfahrtswegen. Durch die Nachbarschaft der Waldgebiete Hohe Mark und Haard besitzt die Stadt an der Lippe einen hohen Naherholungswert. Die Innenstadt von Haltern hat manche schöne Ecke, wo man sich ein Eis schmecken lassen kann. Den Spuren römischer Besiedlung in Westfalen geht das vorbildliche Westfälische Römermuseum nach. Wie ein Wasserwerk funktioniert, können Sie bei einem Besuch des Werks in Haltern am See hautnah erleben.

Münster leuchtet wieder

Keimzelle Münsters war die in den Kämpfen Karls des Großen mit den Sachsen um 780 zerstörte Siedlung Mimigernaford. Liudger, ein Missionar in Diensten des Frankenkönigs und erster Bischof von Münster, gründete 793 hier ein befestigtes Kloster. Heute nimmt der Paulus-Dom, größtes Gotteshaus der Stadt und bedeutendste Kirche Westfalens, diesen Platz ein. Münster besitzt eine Vielzahl Museen und Ausstellungsstätten – das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, das Stadtmuseum, das Graphikmuseum Pablo Picasso, das Museum für Lachkunst, das Freilichtmuseum Mühlenhof, das westfälische Museum für Naturkunde oder das westfälische Pferdemuseum. Der 1931 angelegte Aasee ist ein Naherholungsgebiet von hohem Freizeitwert. Ein Wanderweg führt um den See herum, und das Fahrgastschiff pendelt im Stundentakt zwischen dem Anleger Goldene Brücke und Allwetterzoo.

Dülmener Wildpferde

„Ach, Wildpferde gibt es hier?“ Wer es nicht weiß, staunt dann doch. Denn nirgendwo sonst in Mitteleuropa gibt es sie – nur hier im Merfelder Bruch zwischen Dülmen und Reken. Aber das Münsterland ist kein Urwald, und die „wilden“ Pferde haben keine andere Wahl, als dort zu leben, wo sie jetzt sind. Es ist ein Reservat, 350 Hektar Wald-, Wiesen-, Heide- und Moorlandschaft, das ihren Radius begrenzt. Die anspruchslosen, nicht übermäßig hoch gewachsenen Tiere leben ständig im Freien. Frei lebende Pferde sind in diesem Raum schon seit 1316 belegt. Durch die Teilung des Gebiets Mitte des 19. Jahrhunderts schien ihnen der natürliche Lebensraum entzogen, hätten nicht die in Dülmen ansässigen Herzöge von Croy die heutige Wildpferdebahn anlegen lassen und damit den Bestand gerettet. Etwa 40 einjährige Hengste der als klug und von umgänglichem Charakter geltenden Rasse werden vor Tausenden Zuschauern am letzten Mai-Sonntag eingefangen und meistbietend versteigert.

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