Paris - der Mittelpunkt Frankreichs
„Nichts zeichnet mehr die Größe und den Geist eines Herrschers aus als seine Bauwerke“, diesen Satz des Finanzministers von Ludwig XIV prägte das Stadtbild von Paris vor und nach der Regierungszeit des Sonnenkönigs. Zu den Klassikern zählen Eiffelturm, Louvre und Centre Pompidou. Der unumstrittene kulturelle Mittelpunkt Frankreichs hat viel zu bieten und allabendlich hebt sich der Vorhang in ca. 200 Bühnen und Varietes. 80 Museen, die neben den Klassikern so ungewöhnliche Ausstellungshäuser wie ein Brillen-, ein Parfüm- und ein Weinmuseum umfassen, warten auf interessierte Besucher. 11 Mio. Touristen pro Jahr wollen die Weltstadt an der Seine sehen. Fast 2,2 Mio. Menschen wohnen in der französischen Hauptstadt. Wenn man die Vororte und Trabantenstädte, das sogenannte Groß-Paris dazu zählt, sind es fast 12 Mill. Einwohner. Paris, das sind 20 Verwaltungsbezirke, Arrondissements genannt - das sind die fast 100 Quartiers, wie die Stadtviertel Montmartre, Quartier Latin oder Montparnasse. Über 130 Nationalitäten leben hier, ein Schmelztiegel der Völker. Wer sich in der überschaubaren Metropole – der Pariser Stadtkern läßt sich gut in einer Stunde durchstreifen – einfach treiben läßt, gerät auf seinen Spaziergängen immer wieder auf stille, verträumte „Inseln“. Ein solcher Ort kann eine Seine-Brücke sein, wo ein Maler die Stimmung des Augenblicks festzuhalten versucht.




Vorschläge Programmbausteine
Eine Fahrt auf der Seine
Die Seine bildet den Dreh und Angelpunkt des Lebens in Paris. Von ihr werden Hausnummern gezählt und Entfernungen gemessen. Sie teilt die Stadt in „Rive droite“ (Nordufer) und „Rive gauche“ (Südufer), die sich auch vom Charakter her deutlich unterscheiden. Ihre Ufer sind von Museen, prächtigen Palästen und Denkmälern gesäumt. Nachdem in den 70er Jahren links und rechts des Flusses Schnellstraßen gebaut wurden, in einem der dazugehörigen Tunnel starb 1997 Prinzessin Diana, geht man jetzt dazu über, Wege für Fußgänger, Radfahrer und Inlineskater anzulegen. Auf 12 km soll man künftig entlang des Flusses wandern und radeln können. An der Pont Grenelle starten die „Bateaux Mouches“, die berühmten Ausflugsboote auf der Seine. Vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm und dem Invalidendom geht es flußaufwärts zur Pont de la Concorde und weiter an den Tulerien vorbei zur „Ile de la Cité“ mit der Kirche Notre Dame und der „Conciergerie“, während der Revolution ein berüchtigtes Gefängnis. Noch vorbei an der Ile St Louis, heute eine der vornehmsten Adressen der Stadt, und die Schiffstour ist zu Ende. Der Besucher hat die Stadt mal aus einer ganz anderen Perspektive gesehen.
Montmartre - ein Höhepunkt in Paris
129 m hoch ist der Montmartre, der höchste Punkt in der französischen Hauptstadt. Wer dort wohnt, der genießt den schönsten Blick über die Stadt und will schon deswegen nicht mehr weg. Montmartre – das sind auch Touristenströme, Nepplokale auf dem Place du Tertre und Gedränge an der Sacre Coeur. Wer dieses Bild vom Montmartre nicht mitnehmen kann, hat eine Menge verpasst. Abseits dieses Trubels findet der Besucher verschwiegene Gassen und Plätze wie den Parc du Turlures, wo sich die Älteren zum Boulespielen treffen. Es gibt Ateliers, kleine Theater, winzige Läden und eine Atmosphäre, in der sich der Besucher in eine Kleinstadt versetzt fühlt.
Louvre und Centre Pompidou - Kunst- und Kulturgeschichte pur
Wo heute über 4 Mio. Gäste jährlich versuchen, einen Blick auf die „Mona Lisa“ zu werfen, ließ Philippe der II. um 1200 eine Festung bauen. Der Louvre wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut, bis er 1993 seine heutige Form erhielt. Die durchsichtig-glitzernde Pyramide des amerikanischen Architekten Ieoh Sing Mei bildet den spektakulären Haupteingang zum Pariser Super-Museum. Auf über 60 000 qm
ist es kaum möglich, den Überblick über 400 000 Exponate aus der Zeit von 5000 v. Chr. bis 1848 zu gewinnen. Trotz dieser Fülle fällt die Orientierung dank eines ausgezeichneten Wegweiser-Systems und der Prospekte in allen Verkehrssprachen relativ leicht. Jeder hat sie schon mal irgendwo gesehen, die weltberühmten Bilder und Skulpturen, die hier, wie die „Venus von Milo“ oder die „Mona Lisa“, von Angesicht zu Angesicht ihre magische Wirkung entfalten. Vor dem „Centre Pompidou“, dem Koloß aus Röhren, Glas und Stahl, steht einladend ein heiterer Brunnen, den Niki de Saint Phalle mit Jean Tinguely für dieses „Monument der Moderne“ geschaffen hat. Die 7 Mio. Besucher jährlich kommen hauptsächlich, um die einzigartige Sammlung der modernen Kunst zu sehen, die vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart reicht. Im Innern des 1977 auf dem ehemaligen Gelände des Großmarktes von Paris errichteten Gebäudekomplexes befindet sich außerdem eine öffentliche Bibliothek und ein vom Komponisten Pierre Boulez begründetes „Institut de Recherche et Coordination Acoustique-Musique“, das auf vier Etagen die Welt der Töne und Geräusche erforscht.




